Das deutsche Fernsehen ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Das Angebot richtet sich nach der Nachfrage, dies ist im Entertainment nicht anders, als in der Marktwirtschaft. Erfolgreiche Sendungen lassen sich anhand der Einschaltquoten bemessen, fehlen die Zuschauer werden Shows kurzerhand abgesetzt.
Bereits seit Jahren hält sich jedoch konsequent die Quizshow. Es scheint des Deutschen liebstes Hobby, seine Freizeit mit einem Quiz zu verbringen. Doch woran liegt diese Faszination? Weshalb erfreut sich eine solche Show einer solchen Begeisterung und Zuschauertreue?
Dies kann am Besten am Beispiel der Show „Wer wird Millionär“ erläutert werden. Während sich die Kandidaten auf dem Stuhl im Scheinwerferlicht an den Fragen den Kopf zerbrechen, sitzt halb Deutschland im heimischen Wohnzimmer und versucht ebenfalls die gestellten Fragen zu lösen. Einfache Fragen, welche die Kandidaten nicht lösen können, sind zuhause meist kein Problem und sorgen beim Publikum für Erheiterung. Wie kann der da auf dem Stuhl dies nur nicht wissen? Dies fragen sich viele, vergessen jedoch das eigentliche Prinzip der Show.
Während man zuhause in entspannter Atmosphäre sein Wissen problemlos abrufen kann, steht der Kandidat unter unheimlicher Anspannung. Das Wissen um Millionen von Fernsehzuschauer, das Publikum im Studio, das Lampenfieber das jeder verspürt, Scheinwerferlicht und die Aussicht auf den bevorstehenden Reichtum sorgen dafür, dass kurzerhand nicht mehr das abgerufen kann, was an Wissen vorhanden ist.
Dieses Prinzip ist sozusagen die moderne Version von „Brot und Spiele“, dem altertümlichen Arenakampf im antiken Rom.
Gleichzeitig hebt sich diese Form der Fernsehunterhaltung jedoch auch von dem restlichen Programm der Sender deutlich ab. Fern ab von sinnfreier Fernsehunterhaltung sorgt diese Show dafür, dass Wissen verbreitet wird. Auch wenn der wirtschaftliche Faktor bei den Sendern (Einschaltquoten und vermarktete Werbeplätze) wohl die Hauptrolle spielen dürfte, handelt es sich angesichts der anderen teilweisen seichten Sendungen dennoch um eine Bereicherung des Fernsehprogramms.
geschrieben von primusone am 26.02.2010 - 22:00:58 - letzte Bearbeitung am 02.03.2010 - 12:28:47